01. Februar - 23. März 2019 in der Rathaus Galerie Mainz

»Mit TWUC2 möchte ich die Möglichkeit nutzen, eine von Politik und Religionen unbeeinflusste Sicht auf Themen zu geben, die wir, meiner Meinung nach überdenken sollten. THE WAKE UP CALL2 soll nicht nur eine Kunstausstellung werden, sondern der Beginn einer Bewegung sein, die es sich zur Aufgabe macht, gesellschaftliche Strukturen und gefährliche Zukunftsentwicklungen zu analysieren und anhand eines künstlerischen Netzwerkes darauf aufmerksam zu machen.« MORITZ KOCH, 2018 



Überblick

The Wake Up Call 2 (kurz TWUC2) ist ein sozialpolitisches Jugend-Kunstprojekt bzw. eine Ausstellung in der Galerie des Mainzer Rathauses. Bestehend aus etwa 60% fotografischen, 30% installativen und 10% filmischen Werken soll sie unter anderem eine künstlerische Bewegung ins Leben rufen, die es sich zur Aufgabe macht, junge Menschen davon zu überzeugen, wie wichtig Kunst und Politik für das einzelne Individuum, für die Gesellschaft und für die Demokratie ist.

 

TWUC2 wird sich thematisch vorwiegend mit politischen Themen auseinander setzen, wie beispielsweise der Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft, menschlichen Idealen, der Digitalisierung, dem Klimawandel und vor allem der Zukunft.

 

Die wichtigste Intention der Ausstellung wird es sein, Menschen nicht nur zum Nach-, sondern zum Umdenken und zum Handeln zu bewegen, beispielsweise im Umgang mit der Natur.

 


Das raumkonzept

[AUSZUG AUS KATALOG]

»Unsere zerbrechende Welt, die von Populisten und Oligarchen attackiert wird, deren Strukturen impulsiv in Frage gestellt werden, mitsamt einer sich vom Menschen distanzierenden und an sich egozentrischen Kunstlandschaft sind mein Antrieb, Veränderung zu schaffen.«

 

Ein vermeintlich malerischer Blumenstrauß empfängt den Besucher in Moritz Kochs Ausstellung. »WELCOME TO FUTURE (INTERLUDE)« stellt jene Verhältnisse klar, die im ersten Raum von dreien herrschen. Wir befinden uns in einer noch greifbar nahen Zukunft, wenige Jahre unserer Zeit voraus. Nach einem skeptischen Blick hinter das farbenprächtigen Bouquet zeigen verrottetes Laub und verbrannte Blumen, welchen Widerspruch Koch hier ästhetisch verpackt. Diese Hülle soll den Zugang zu den Werken erleichtern respektive Widersprüche unseres Menschseins aufzuzeigen.

Im größten Raum der dreien, dem zweiten, nehmen die Probleme einer weiter vorangeschrittenen Zukunft neue Dimensionen an - die Themen werden immer essenzieller, die Atmosphäre dystopischer. Sie handeln von der Gesellschaft, menschlichen Eifern und Trügen. In zehn Kapseln, mit jeweils einer Werkgruppe, die installative und fotografische Kunst sowie Ci­ne­as­tik beinhalten, mustert Koch nahezu jeden Aspekt des zukünftigen menschlichen Seins. Alles gipfelt in der Katastrophe, skizziert durch den endgültigen Zerfall der Kunst, einem Überwachungsstaat inklusive dem schlichten Zerbrechen des vorhergegangenen Systems (»MITTELINSTALLATION«).

 

Hat man die düstere, mit Stacheldraht umrandete »MITTELINSTALLATION« durchquert und somit den zweiten Raum komplett durchlaufen, tun sich einem als Folge Gefühle der Reue, bereits mitten in der Agonie zu stecken, und Fragen auf. Inwiefern destruiert sich die Kunst autark? Warum lassen wir uns von Weltkonzernen abhören? Wie weitläufig sind die zu einem Krieg führenden Ursachen? Können seine Narben verheilen und wenn ja wann? Wie erinnern wir an gesellschaftliche Fehlentscheidungen?

Der als Gesamtkunstwerk geltende Raum drei mit dem Titel »UTOPIA / KNOWN PLACES« erreicht den Besucher mit einem wohligen aber sterilen Eindruck. Bildhübsche Palmen umranden einen weißen modern gedeckten Esstisch. Idyllische, flamboyante Fotografien spiegeln den Raumklang wieder. Behagliche Details, wie der raumfüllende rosige Duft, kontrastieren mit Plastik-Fast-Food, einem Gasmaskenständer und der Silhouette des bemalten Gewehres aus der Mittelinstallation. Die Zeit ist weiter fortgeschritten, es ist Nachkriegszeit. 

 

Eine Abwandlung des bereits bekannten Bildes »JUSTITIA«, die angefahrenen Göttin der Gerechtigkeit, beendet die Ausstellung. 

Das blumige Odeur in Raum eins und drei des Rundgangs hinterlassen die Frage, ist das Ende nur der Anfang?

Koch macht neben Düften, kleinen Details wie Querverweisen selbst den Grundriss der Rathausgalerie zum Ausstellungsstück. Die spitze Architektur zielt auf die »MITTELINSTALLATION« ab wie auf ein Fadenkreuz. Für den jungen Künstler haben alle aufgezeigten Problematiken in den Kapseln wie Räumen die zentral exponierte Katastrophe als Folge und können ebenso als Zyklus gesehen werden, bei dem das Ende an den Anfang anknüpft, wenn wir uns ihm nicht widersetzen. Die Ausstellung ist nur so umfassend wie die Themen selbst. Sie behandelt divergenteste Epochen. Die mannigfaltigen Fotografien als auch Details, wie die Beanspruchung des Geruchssinns oder ein winziger Post-It in Raum zwei, fordern den Besucher. Moritz Kochs künstlerisches Oeuvre soll nicht zur Verbitterung raten, es soll keine inkonzilianter Fingerzeig sein. Er will Mut machen, nicht an den globalen Problemen unserer Zeit zu scheitern. 

 

 Text: Sven Marquardt, Co-Founder of MOVEMENT21



der katalog


the opening

© by Alexandra Mattern

by Brian Rassmann

by Sven Marquardt

by Tim Weisgerber


KÜNSTLER-FÜHRUNGEN DURCH THE WAKE UP CALL 2

Ab dem 22.02. veranstaltet Moritz Koch in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Kulturamt vier exklusive Künstler-Führungen durch die Ausstellung THE WAKE UP CALL 2.

 

Eintritt: 5,00 €

Dauer: Circa 2 Stunden

Anmeldung erforderlich.


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interviews

Sparkassen blog interview „Rathaus of Modern Art“

 „ZIEL IST ES, DIE RATHAUSGALERIE SO ZU INSZENIEREN, ALS WÄRE SIE DAS MUSEUM OF MODERN ART“. Mit nicht weniger als diesem Anspruch tritt Moritz Koch an, um mit „THE WAKE UP CALL 2“ ab Februar 2019 die Kunstwelt in Mainz zu beeindrucken...


SWR LANDESSCHAU                     STUDIO-INTERVIEW


SWR Heimart interview


PRODUCTION

BEHIND THE SCENES OF THE WAKE UP CALL 2

THEMEN-TEASER_1 [Januar 2018]